Mittwoch, 23. Januar 2013

Alle lieben Toni

Wer hätte gedacht, dass wir mitten in Burma auf einen Schweizer Helden treffen? Doch fangen wir vorne an.


An unserem esten Tag im Wai Lu Wun Kloster haben wir -begleitet von Sithu und Marijana, die unseren Aufenthalt hier ermöglicht haben- einen Ausflug ins nahe gelegene Dorf Kyauktan gemacht. Und schon wenige Minuten nach unserer Ankunft im Dorf werden wir eingeladen und sitzen umringt von neugierigen Männern und Frauen -es scheinen immer mehr zu werden- in einem spärlich eingerichteten Haus aus Palmblättern.

Nur eine Wand des Hauses ist geschmückt mit Bildern. Unser Blick fällt sofort auf ein gerahmtes Foto, das einige der Dorfbewohner mit einem europäisch aussehenden Mann vor einer Hängebrücke zeigt. Da das Bild direkt neben einer Buddha-Darstellung hängt schliessen wir daraus, dass der Mann sehr wichtig für die Bewohner sein muss. Gut, dass unser Freund Sithu übersetzen kann. Denn so erfahren wir eine spannende Geschichte: der Mann auf dem Bild heisst Toni und ist Schweizer! Sobald das Gespräch auf ihn fällt -und das tut es schnell, nachdem klar wird, dass auch wir aus der Schweiz sind- strahlen die Augen unserer Gastgeber! Voller Stolz erzählen sie uns, dass Toni vor einigen Jahren in nur drei Tagen die Brücke hinter dem Haus gebaut hat. Diese verbindet seit dem das Dorf Kyauktan mit der gegenüberliegenden Flusseite und vereinfacht Handel, Transport und Schulwege für Kinder. Von morgens bis abends habe er gearbeitet und nur Bananen und Wasser zu sich genommen, so erfahren wir.

Wirklich überzeugt werden wir von Tonis Heldenstatus, nachdem eine Frau  nach der anderen lachend sagt, dass sie  "Toni wife" ist. Die älteste Frau nennt sich "Toni mother" und eine Frau zeigt uns ihr Baby mit den Worten "Daddy Toni". Wow, da hat einer Eindruck hinterlassen! Natürlich ist Toni nicht wirklich Ehemann, Sohn und Vater all dieser Dorfbewohner. Im Herzen aber sehr wohl! Wir jedenfalls finden es äusserst amüsant ausgerechnet mitten in Burma, fernab der Heimat, auf einen Schweizer Helden zu treffen!

 Toni, der Held des Dorfes...

... baute diese Brücke in drei Tagen

 Und alle lieben ihn dafür: "Toni Mama"...

... und "Toni wifes"

Kommentare:

  1. Bei uns lieben ja auch alle Toni - ob das wohl der Selbe ist, der hier in der Ch das Jogurt macht ?!....
    Wie schön zu lesen, das ihr euer erstes Ziel erreicht habt und ihr so herzige und lustige Erfahrungen macht. Am liebsten würden wir hier alles liegen und stehen lassen und zum Brücken bauen kommen...
    Euch beiden weiterhin viel Energie, all diese einzigartigen Eindrücke aufzunehmen und einen ebenso guten Einruck zu hinterlassen wie Toni!
    Alles Liebe aus dem weissen Küttigen!
    Manuela

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  2. Und wer hat's erfunden???!!! -- Ach, sieh' mal einer an, die Schweizer wieder! ;) Wie schön, dass ihr so coole Erfahrungen macht und abseits der abgetrampelten Touripfade auch so schöne herzliche und in Erinnerung bleibende Erfahrungen macht. Bin echt schon sooo gespannt auf die ganzen Bilder (die hier noch auftauchen werden, aber auch am Ende dann, wenn wir euch wiedersehen). Ich freue mich so für euch und auch über eure tollen Nachrichten, mit denen ihr uns an allem teilhaben lasst.

    Danke und viel Spaß weiterhin!

    Liebe Grüße aus Kölle!

    mila

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