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Sonntag, 20. April 2014

Foto Tipps Vol. 2 - Die selektive Schärfe

Erst mal wünschen wir Euch frohe Ostern und ein schönes, langes Wochenende.
Ist das nicht ideal um die Kamera raus zu nehmen und den sonnigen Frühling damit einzufangen? Daher gibts von uns gleich nochmals ein paar Tipps mit ins Wochenende. 

Und zwar anhand eines Bildes, welches wir vor ca. einem Jahr in Bali gemacht haben. Bali ist übrigens auch als Reisedestination absolut empfehlenswert - gut erreichbar und wunderschön. Und selbst 100 Meter abseits der Touristenpfade wunderbar traditionell. Hier nochmals der Link zu unseren Bali-Posts:
http://www.alongsunnymoon.com/search/label/Bali


Dieses Bild möchten wir gerne als Aufhänger nehmen für das wahrscheinlich wichtigste Stilmittel der kreativen Fotografie: die selektive Schärfe (oder auch Tiefenschärfe resp. Schärfentiefe). 
Das Spiel mit der selektiven Schärfe ist nicht nur sehr schön und macht viel Spass, es ist auch wirklich einfach. Leider lassen sich viele Leute abschrecken durch die oft sehr technischen Erklärungen. Daher lassen wir das heute. Wer die Hintergründe verstehen will, findet die ganzen Details in jedem Foto-Lehrbuch.

Es gibt 2 Themen, die man dafür beachten muss:
1. Die Distanz
2. Die Blende
Und es gibt noch ein paar Spezialtricks, die wir in einem 3. Abschnitt ergänzen

1. Die Distanz
Das ist der wahrscheinlich einfachste und billigste Foto-Tipp, den wir geben können. Das einzige, was Ihr dazu braucht, sind Eure Füsse:
Je näher Ihr an Eurem Fotomotiv seid und je weiter das Fotomotiv vom Hintergrund entfernt ist, desto stärker wird der Unterschied zwischen Schärfe und Unschärfe.
Beim Bild oben waren wir 80 cm entfernt von den frischen Fruchtshakes. Das Mädchen war ca. 5 Meter entfernt und dahinter begannen die Reisefelder. 

Wenn wir nun weiter weg gestanden wären von den Fruchtshakes, wären diese und das Mädchen etwa gleich scharf gewesen. (zudem wollten wir ja nicht weiter weg sein von den Getränken, denn wir hatten ja Durst!). Und wenn das Mädchen weiter im Reisfeld gestanden wäre, könnte man es auf dem Bild gar nicht mehr erkennen.

Probiert es doch heute gleich aus und fotografiert Euern Osterhasen vor dem Haus. Wenn Ihr den Hasen weiter weg nehmt vom Haus und selber mit der Kamera nahe zum Hasen geht, wird dieser schön scharf und knackig und das Haus im Hintergrund verschwommen.
Und falls Ihr den Hasen nahe zum Haus stellt und selber etwas weiter weg steht, wird sowohl Hase, als auch das Haus scharf dargestellt.
Quelle: tobiasnaumann.de (zwar keine Osterhasen, aber Erdmännchen sind doch genau so süss)

Wenn Ihr nicht zu nahe zu Eurem Motiv hin könnt (z.B. wenn Ihr einen Löwen fotografiert) oder wollt (Portraits werden z.B. oft schöner, wenn man nicht allzu nahe steht), dann nehmt Ihr ein Teleobjektiv oder zoomt Ihr etwas ran. 
Aber auch dann: achtet darauf, ob das Motiv weit vom Hintergrund weg ist (Hintergrund wird unscharf - sehr schön bei Portraits) oder nahe vor dem Hintergrund steht (Hintergrund wird scharf).


2. Die Blende
Die zwei wichtigsten Sachen, die man beim Fotografieren einstellt, ist die Belichtungszeit und die Blende.
Die Belichtungszeit ist wichtig, damit man die Kamera nicht verwackelt, wenn man aus der Hand fotografiert (also ohne Stativ), resp. wenn man besondere Effekte mit Bewegungen im Bild machen will.
Die Blende ist wichtig um die selektive Schärfe zu steuern, also den Bereich auf dem Bild, der scharf ist. Zum Beispiel auf dem Bild oben sind die beiden kühlen Drinks scharf dargestellt, die wir uns nach einem langen Spaziergang über die Reisfelder gönnten. Die kleine Bar wird von einer Familie geführt und während die äusserst liebeswerten Eltern und die frischen Fruchtshakes machten, spielten die Kinder im Reisfeld. Die Tochter, auf dem Bild, haben wir leicht unscharf dargestellt, daher gefällt uns das Foto sehr gut. 


Wenn das Mädchen und die Reisfelder auch scharf wären auf dem Bild, würde uns das Foto deutlich weniger gut gefallen, dto. wenn das Mädchen so stark unscharf wäre, dass man es gar nicht mehr erkennt. Und genau das steuert man mit der Blende. Auf diesem Bild hatten wir eine Blende von f/4 gewählt. 

Das f/ verwendet man beim Schreiben um zu zeigen, dass man von der Blende spricht. Je kleiner nun die Zahl der Blende ist, desto kleiner ist der Bereich, der auf dem Bild scharf abgebildet ist. Je grösser die Zahl, desto grösser der Bereich, der scharf abgeildet ist (und das ist eigentlich schon alles, was Ihr Euch merken müsst).  
Es handelt sich dabei immer um die Entfernung von der Kamera. Also alles, was gleich weit von der Kamera entfernt ist wird gleich scharf dargestellt. Beim Bild oben waren das 80cm. So weit waren die Drinks von der Kamera entfernt. 

Welche Blende soll ich wählen?
Bei Fotos, auf denen möglichst viel scharf sein sollte (z.B. Landschaftsfotos), werden zum Beispiel Blenden von f/11, f/16 oder f/22 oder mehr verwendet. Bei Fotos, auf denen nur wenig scharf sein soll, Blenden von f/4, f/3.5, f/2.8 oder weniger.

Wie wählt man nun die richtige Blende?
  • Die einfachste und gängigste Möglichkeit ist, einfach probieren und die Bilder auf dem Display prüfen, bis es stimmt. 
  • Spiegelreflexkameras haben in der Regel auch einen Knopf ("Abblendknopf"), vorne neben dem Objektiv. Wenn ihr den drückt, seht Ihr, was scharf wird. Leider wird das Bild abgedunkelt und es wird oft recht schwierig zu erkennen.
Quelle: kwerfeldein.de
  • Wenige Objektive (vor allem alte) haben bei der Distanzanzeige kleine Striche, die den Schärfebereich anzeigen. Nehmt Euch mal Papas alte Spiegelreflexkamera und probiert es aus.

Quelle: elmar-baumann.de (Bei f/22 wird hier alles scharf, von 0.5M Entfernung bis unendlich)


Wie stelle ich die Blende ein?
Eure Kamera hat vermutlich ein Blendenvorwahl-Programm, bei dem Ihr mit dem Rad die Blende einstellen könnt (heisst z.B. A oder Av) und die Kamera wählt alles andere Automatisch. Das ist sicher die einfachste Methode:
Quelle: ivent.de
Noch mehr Spass macht der Manuelle Modus (M). Das schauen wir uns jedoch nach Ostern an, schliesslich wollen wir heute ja auch noch Osterhasen suchen.


3. Ein paar Goodies
Falls Ihr noch mögt, gibt es jetzt, hier und heute noch ein paar Geheimtricks gratis dazu:

a) Tilt- & Shift-Objektiv:
Das sind ganz besondere Objektive, die sehr beliebt sind bei Architektur-Fotografen, da man mit dem "Shift" Modus ein Haus auch von unten fotografieren kann ohne perspektivische Verzerrung.

Für uns hier interessant ist der "Tilt" Modus, da man damit die Ebene der Schärfe verzerren kann. Damit kann man zum Beispiel die Miniaturfotos machen, die Ihr vermutlich auch schon gesehen habt, oder man kann kleine Sachen ganz nah im Vordergrund und gleichzeitig den Hintergrund scharf darstellen.
Quelle: blog.prentu.de (Miniaturmodus mit Tilt-&Shift Objektiv)

Leider sind diese Ojektive sehr teuer, aber Ihr findet in jeder Stadt einen Händler, bei dem Ihr so ein Objektiv billig mieten und damit etwas spielen könnt. 
Auch sehr witzig und viel billiger sind die sogenannten Lensbaby Objektive, die einen ähnlichen Effekt ermöglichen.



b) Photoshop:

Falls ein Foto gar nicht funktioniert, könnt Ihr den Hintergrund auch in Photoshop unscharf machen. Dazu müsst Ihr eine sehr genaue Maske machen, damit das Hauptmotiv scharf bleibt und dann über den Hintergrund einen "Gauss'schen Weichzeichner" legen. 
Wir selber sind keine Fans davon, da es meistens weniger schön und natürlich aussieht, als wenn es direkt beim Fotografieren gemacht wurde. 
Zudem muss man wirklich gut sein in Photoshop, damit es nicht gebastelt aussieht.



Also am einfachsten: 
  • Die Füsse einsetzen! 
  • Bei Portraits (oder Osterhasen) darauf schauen, wo die Person steht und wo der Hintergrund ist!
  • Den Mut fassen und die Blende selber einstellen!

Viel Spass beim Ausprobieren und ein schönes Osterwochenende! 

Weitere Bilder findet Ihr übrigens auch auf Ingo's Fotowebsite:
http://ingoalbrecht.photography 

Sonntag, 9. Juni 2013

Auf der Schatzinsel

Wir haben einen Schatz gefunden! Die Insel Nusa Lembogan nahe Bali. Die Insel ist zwar weder unentdeckt, das Meer zum Schwimmen nicht wirklich geeignet und wir keine Taucher bzw. Surfer, die hier mitten im Paradies sind. Und nach der rasanten Anfahrt mit dem Boot sind wir etwas skeptisch, ob wir hier wirklich die Ruhe finden, die wir suchen. Kaum sind wir jedoch in unserem herzigen Guesthouse, hören nichts als das Meeresrauschen und ein paar Hähne krähen, wissen wir: es wird uns gefallen!

Das tut es dann auch. Und wie! 



Besonders dann,...

... wenn wir den Tag mit Sonnengrüssen starten – jeden Morgen besuchen wir eine fantastische Yogaklasse. Das Yoga ist ziemlich oft ziemlich anstrengend, unser Yogalehrer Alfred der beste der Welt und wir freuen uns, dass wir mit jedem Tag bessere Yogis werden.


... wenn wir uns nach dem Yoga im Pool abkühlen und Ingos Handstände unter Wasser immer ausgefallener werden.

... wenn Ingo zum Manta-Fan wird und beim ersten Tauchgang seines Lebens einen riiiiiiesigen Manta-Rochen aus nächster Nähe sieht.



... wenn die zwei Meeres-Forscher, die in der Tauchschule unseres Guesthouses forschen, ihr Wissen über die faszinierenden Meerestiere rund um die Insel teilen und so inspirierend sind in ihrer Leidenschaft und Engagement für die Unterwasserwelt. Umso trauriger ist es, wenn wir erfahren, wie gefährdet das Unterwasser-Paradies ist – aufgrund des Plastikmülls, der im Meer und letztlich in den Mägen der Fische landet, und des sinnlosen Tötens vieler bedrohter Meerestiere für die chinesische Medizin.

... wenn wir von den Inselbewohnern, die mit den Einwohners Myanmars unsere „freundlichste Menschen der Welt“-Hitliste anführen, Worte auf Balinesisch beigebracht bekommen. Und ein breites Lächeln geschenkt bekommen, wenn wir die Worte fleissig anwenden.


... wenn morgens Frauen mit Bananen auf dem Kopf und Fischen in der Hand an unserem Balkon vorbei gehen.



... wenn abends die Kinder der Insel ins Meer hüpfen und den Strand in den grössten Spielplatz der Insel verwandeln.




... wenn lautlose Drachen über uns fliegen.


... wenn bunte Boote auf dem Meer schaukeln.



... wenn wir mit einem Moped die Insel erkunden und uns die Einheimischen, die fast alle vom Seetang-Anbau leben, in die Geheimnisse ihrer Arbeit einweihen. Ein Geheimnis bleibt für uns aber, wie auch die ältesten Frauen und Männer die grossen, schweren Körbe voller Seetang auf dem Kopf schleppen können.




... wenn wir nach ein paar Tagen fast die halbe Insel kennen und so viele inspirierende, spannende, verrückte, liebenswerte andere Reisende, Taucher, Surfer, Tänzerinnen, Entwicklungshelferinnen,... kennen lernen und bald schon eine richtige  „Inselfamilie“ sind. Jeden Tag laufen wir uns zufällig über den Weg und vergessen die Zeit beim miteinander reden, Gado-Gado essen und entwickeln von neuen Fruchtshakes.
Und an unserm letzten Abend auf der Insel treffen wir alle nochmals an einer kleinen Strandparty - viva la vida. 



Die Gewissheit, dass das nächste Abenteuer auf uns wartet, hilft beim Abschiednehmen. Mit Vollgas rast unser Boot nach zwei wunderbaren Wochen zurück nach Bali und wir fliegen wieder nach Singapur. Was wir dort zuerst machen? Wir kaufen uns zwei Yogamatten!

Samstag, 1. Juni 2013

Aus Tagen werden Wochen

Die beiden Brüder lachen und wissen schon, was wir gleich fragen werden: „Können wir noch zwei Tage länger bleiben?“. Denn es gibt noch viel zu entdecken in Ubud. Wir gehen die Tage sehr gemütlich an, spazieren durch die Stadt, die schöne, grüne Umgebung und geniessen die Zeit.





Das Haus der Familie, bei der wir leben sieht eigentlich gar nicht aus wie ein Haus, sondern eher wie ganz viele kleine Tempel. Und nicht nur unser Haus sieht so aus, sondern in ganz Bali leben die Menschen in solchen kleinen Tempelanlagen. Schon am Eingang bewachen ein paar Götter die Menschen vor wilden Geistern. Und um alle Geister und Götter sanft und zufrieden zu halten, basteln die Frauen mehrmals täglich unzählige wunderschöne kleine „Offerings“. Nicht nur für die guten, sondern auch für die bösen Geister – wobei deren Geschenke vor dem Haus auf die Strasse gelegt werden. Und so sind die Wege in Ubud immer mit Blumen geschmückt.






Apropos geschmückt – das sind hier auch die Ohren der Männer, die frische Blüten als Glücksbringer tragen. Aber auch mit Blüten hinter dem Ohr fühlen wir uns hier sehr underdressed neben den Männern und Frauen in ihren schönen, bunten, traditionellen Kleidern.




Mit einem Scooter entdecken wir die Umgebung von Ubud, fahren durch kleine Dörfer und vor allem viele saftig grüne Reisfelder. Überall wird hart gearbeitet und auch die Götter werden auf dem Reisfeld nicht vergessen: kleine Girlanden aus Gräsern wehen im Wind und über ihnen bunte Drachen mit denen sich die Menschen hier noch näher an den Göttern fühlen.






Die Blume hinter Ingos Ohr bringt uns Glück; auf unserem Streifzug kommen wir direkt an einem prächtigen Tempelfest vorbei. Ein älterer Balinese lädt uns ein und zeigt uns alles: das Fest dauert 10 Tage und im Moment wird alles von den Männern und Frauen der umliegenden Dörfer vorbereitet. Die Frauen bauen meterhohe, bunte Standbilder aus Klebereis. Auch die Männer sind fleissig und nicht weniger kreativ; sie zerlegen ein Schwein und basteln daraus den Tempelschmuck. Währenddessen halten grässliche Masken die Waldgeister vom Tempel fern.









Zurück in Ubud kehren wir ein in eines der vielen bio-organisch-dynamischen Cafés, essen feinen Kuchen und lassen uns von Karma-Postern inspirieren, bevor wir durch ein paar der Kunstgalerien ziehen.






Es gibt noch viel zu entdecken und so gehen wir am Abend nochmals zu den beiden Brüdern und fragen sie, ob wir noch zwei Tage bleiben können. Am Ende werden aus ein paar Tagen mehr in Ubud fast zwei Wochen.