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Donnerstag, 27. März 2014

Viele Kirchen. Viel Kunst. Vilnius!

Wie heisst nochmals die Hauptstadt von Litauen? Was wir uns früher nie merken konnten, fällt einfach, nachdem man da war. Vilnius. Denn Vilnius hat viel. Viele Kirchen. Viel Kunst.

Es gibt Kunst am Wegesrand.


Und eine spannende Verfassung in der Künstlerrepublik Užupis. "Jeder Mensch hat das Recht, eine Katze zu lieben" - da stimmen wir zu!



In der Altstadt gibt es ziemlich viele hübsche Gebäude.

  

Am späten Nachmittag sieht man Ballone in die Luft steigen.


Und Liebespaare durch die Stadt ziehen.



Manche stehen aber auch mit ihrem Kind zur Taufe in der Kirche.


Ganz grosse Kunst: dieses Beerentörtchen!


In der Nähe der Stadt befindet sich eine märchenhafte Wasserburg. Sie liegt im Dörfchen Trakai. Und entfaltet ihre Pracht so richtig schön am Abend.



Doch spektakulär muss es ja nicht immer sein. Auch die einfachen Dörfer am Wegesrand und die hügelige Landschaft, durch die wir fahren, haben durchaus ihren Charme.


Sonntag, 23. März 2014

Himmel oder Hölle auf der Kurischen Nehrung

Es gibt Leute, die lieben Vögel. Es gibt Leute, denen sind sie egal. Und es gibt Leute, die alles in der Welt tun würden, nur um den fliegenden Federtieren aus dem Weg zu gehen. 

Was nun, wenn man Gruppe 3 angehört und plötzlich dieser Szene ausgesetzt ist? Abgestorbene Bäume. Kreischende Geräusche. Und Vögel, Vögel, Vögel.



Die Antwort: Man flieht. Schnell. Und so holen wir nicht die Ferngläser hervor und beobachten nicht still das Wunder des Vogelparadieses der Kurischen Nehrung, Litauen, dem wir gerade gegenüberstehen. Nein. Nina zumindest hält es nicht lange aus hier bei der Brutstätte der Kormorane und Graureiher. Denn sie hat Angst. Grosse Angst.

Im Hauptort der Kurischen Nehrung, im Dörfchen Nida, sind zum Glück keine Vögel unterwegs. Dafür gibt es hier wunderschöne rot-blaue Holzhäuser. Besser, findet Nina.


Dumm nur, dass wir keine Unterkunft vorgebucht haben, Hochsaison ist und alles ausgebucht zu sein scheint.

Müssen wir doch bei den Vögeln schlafen? 

Wir schauen  Campingplätze an. Alle voll. Wir schauen Hotels an. Alle voll. Wir fragen uns durch die Nachbarschaft, ob jemand ein Zimmer zu vermieten hat. Und ja, ta-da, wir werden fündig. Eine Litauerin erkennt unsere Not (und ihr Glück) und vermietet uns kurzerhand ihre Privatwohnung. Sie putzt noch alles blitze-blank und am Nachmittag sitzen wir auf ihrer Küchenbank, die sich fast schon wie unsere anfühlt.

Wir kaufen Blaubeeren und stellen fest, dass dieses ganz schön blaue Zungen geben.


Vier Tage verbringen wir auf der Naturhalbinsel, die fast gänzlich aus Sand besteht. Einige der höchsten Dünen gibt es hier. Und wir lernen, dass Wanderdünen hier vor einiger Zeit ganze Dörfer verschluckt haben - auch das Dorf Nida musste schon so einige Male umziehen. Damit sollte nun aber Schluss sein, denn die Dünen konnten dank Bepflanzung von Bäumen gestoppt werden.


Das Wetter ist leider nicht so der Hit. Aber das macht nichts. Wir unternehmen trotzdem die eine und andere Wanderung durch die Dünen.



Und lernen nebenbei noch viel Spannendes: zum Beispiel, dass Fischchips nicht das Gleiche sind wie Fish and Chips - Fischchips sind herausgebackene Fische mit Kopf und Flossen. Dass Litauer zum Frühstück lieber Techno als Klassik hören. Und dass es Himbeeren gibt, die doppelt so gross sind, wie die bei uns und doppelt so und lecker. 

Und dass sich alleine diese Himbeeren und die süssen Häuser lohnen, einen Ausflug auf die Nehrung zu machen. Für Vogelfans gäbe es natürlich noch ganz andere Argumente.

Donnerstag, 20. März 2014

Lettland und die Suche nach den blauen Kühen

Riga von oben. Das sind erstmal ganz schön viele Häuser. Und das ist absolut wörtlich zu nehmen. Viele. Schöne. Häuser.


Da gibt es die Altstadt mit Kirchen und dem Schwarzhäupterhaus. Obwohl das gar nicht schwarz ist, sondern aus roten Backsteinen besteht.




Ausserhalb der Altstadt stehen herrliche Jugendstilhäuser. Manche sind blau. Aber nicht alle.


Es gibt orthodoxe Kirchen mit wunderbaren Verzierungen.


Das Freiheitsdenkmal.


 Oder das Hochhaus der Akademie der Wissenschaften.


Von Riga aus ziehen wir weiter. Wie Zugvögel. 

Und wir haben eine Mission: Wir wollen die blauen Kühe finden, die es in Lettland geben soll.


Blaue Kühe? Sind das nicht - dafür hübsche Wildpferde!


Weisse Kaninchen sehen wir...


... nur blaue Kühe nicht. Dafür ist das Meer am Kap Kolka, wo die Ostsee und die Bucht von Riga aufeinander treffen, ziemlich blau. Auch gut.


Die Suche nach den Kühen geben wir irgendwann auf. Wobei...

Wir sonnen uns noch etwas. Blicken immer wieder aufs Meer. Auf den Leuchtturm. Die Wellen. Denn vielleicht taucht ja plötzlich eine blaue Kuh aus dem Wasser auf - man weiss ja nie.

Montag, 10. März 2014

Erst niemand und dann alle

In der Universitätsstadt Tartu erwarten uns alte Gassen und ein hübscher Marktplatz. Und sonst nicht wirklich viel. Noch nicht mal Studenten. Hallo, ist hier jemand?



Sind vielleicht alle in Viljandi? Hier treffen wir zumindest eine Studentin. Und dann zum Glück eine ziemlich nette, die uns eine gratis Stadtführung durch ihr hübsches Heimatdorf gibt. Aber viel los ist hier auch nicht...


Und das, obwohl der Schokokuchen absolut lecker schmeckt!


Wir hoffen ja nicht, dass das Moor alle Menschen verschluckt hat. Der Soomaa-Nationalpark, der nicht weit weg von Viljandi liegt, hat tiefe, schwarze Moorseen...


... aber glücklicherweise auch  Stege, die über die gar nicht unheimliche Moorlandschaft führen.


Wieder einmal scheint Skandinavien so nah zu sein.



Wenn da nicht die Störche überall auf den Dächern wären.


Ha! Jetzt wissen wir, wo alle Menschen dieses Landes sind! Hier. In Pärnu, einem Ferienort direkt am Meer. Das Wasser ist badewannenwasserwarm. Der Sandstrand breit. Und voll.


Die Zeltplätze sind ebenfalls überfüllt und wir verbringen den halben Tag damit, eine Unterkunft zu finden. Na gut, dann nehmen wir halt das letzte Zimmer in dieser hübschen Villa. 


Happy end sozusagen!

Donnerstag, 6. März 2014

Im Blaubeer-Meer

Wow, das ist ein Märchenwald! 

Im Lahemaa-Nationalpark, eine Stunde von Tallinn entfernt, sehen wir den Wald vor Bäumen nicht. Aber das gefällt uns ganz gut! Denn dafür sehen wir viele Blaubeeren, die überall im weichen Moos des Waldbodens versteckt sind. 



Und irgendwie würde es uns bei dieser zauberhaften Stimmung und dem süssen Duft der Nadelbäume gar nicht wundern, wenn plötzlich ein Einhorn vor uns stände.


Es ist dann aber kein Einhorn, sondern eine Beerensammlerin, die wir im Unterholz entdecken.


Unweit des Waldes und nah am Meer schlagen wir im Dorf Altja auf einer grossen Wiese, die zu einem alten Hof gehört, unser Nachtquartier auf.


Ach ja: Und nur Blaubeeren anschauen geht natürlich nicht. Zu unserem Glück befindet sich in Altja ein herziges Café, das selbstgemachten Blaubeerkuchen mit Vanille-Schaum serviert.



Wir spazieren zum Meer. Und teilen den Blick auf den Horizont nur mit einem einsamen Schwan, der auf den Wellen seine Runden dreht. Wir geniessen die Stille.


Und einen herrlichen Sonnenuntergang. Zu unserem Erstaunen sind wir trotz Sommerzeit und Prachtwetter fast alleine. Nur ein Mückenschwarm will uns einschüchtern... aber wir verkriechen uns 10 Minuten im Zelt. Ausgetrickst!


Ein paar Tage bleiben wir hier. Laufen durchs Schilf. Durch den Wald. Bilden uns ein, wir hörten einen Bären. Sitzen im warmen Sand. Beobachten Möwen. Schwimmen.
 
 



Manchmal fühlen wir uns wie in Skandinavien...


... und manchmal wie in Russland.


Fast nach Russland kommen wir dann übrigens wirklich. Denn wir fahren an den Peipussee, der Estland von Russland trennt.

"Hallo, Frau Elch!" grüssen wir vom Auto aus.


Die Fahrt führt entlang orthodoxer Kirchen und Klöster, rauchender Fabriken, sozialem Wohnungsbau. Und immer wieder durch Wald, Wald, Wald...


Ninas Heimat? Nicht wirklich...


Irgendwann sind wir dann da. Am Peipussee, der riesig ist. So gross, dass wir unseren Blick in der Ferne verlieren. Russland? Liegt irgendwo dahinter...