Mittwoch, 13. November 2013

San Antonio de Areco und die Gauchos

Im kleinen Städtchen San Antonio de Areco, das zwei Stunden entfernt von Buenos Aires liegt, findet dieses Wochenende ein jährliches Gauchofest statt. Wenn die Ankündigung stimmt, wird es ein riesen Spektakel! Mit Tänzen! Gaucho-Vorführungen! Das wollen wir sehen. Und so sitzen wir mit einer grossen Portion Vorfreude im Bus und fahren durch die Pampas. Ja, so heisst die Landschaft hier wirklich! Es ist flach. Riesige Felder und ein paar Estancias mit langen, bebaumten Alleen flitzen an uns vorbei. 

Und dann sind wir da. In San Antonio de Areco. Und erfahren, dass das Fest verschoben wurde. "Neeein!", denken wir... "Wieso?"... "Und was machen wir jetzt?". Es ist Sonntag. Alle Geschäfte haben geschlossen und die kleine Stadt schlummert tief im Mittagsschlaf. Von der Busstation spazieren wir durch verlassene Strässchen, die zumindest sehr hübsch aussehen, in Richtung Zentrum. Schnell kommen wir zu einem Platz mit Kirche, an dem wenigstens ein paar Cafés offen haben! Doch statt Kaffee zu trinken laufen wir noch etwas weiter bis wir zu einem Fluss gelangen. 







Zu unserem Glück ist es nicht irgendein Fluss. Es ist der Picknick-Fluss! Hier am Ufer sind gefühlt alle Einwohner, Familienbanden, Ausflügler, gestrandete Gauchofesttouristen versammelt. Sie  liegen in der Sonne, faulenzen, trinken Maté, einige baden. 



Ein kleiner Markt findet statt und etwas abseits haben sich einige Leute zum Tanz zusammengefunden! Getanzt werden Tango und Chacarera. Und das auch noch, als langsam ein paar Tropfen vom Himmel fallen. 



Regen setzt ein und wir flüchten in ein nahes Restaurant. Und dann passiert es: Wir sehen den ersten Gaucho! Mit weissem Hemd, vorne geknöpften Tuch um den Hals, Messer im Gürtel läuft er in robusten Stiefeln durch den Raum.

Später sehen wir dann sogar noch weitere argentinische Cowboys; sie pausieren mit ihren Pferden am Ufer des Flusses. Und reiten hoch zu Ross durch die Stadt! 




Froh trotz abgesagtem Festival doch ein paar echte Gauchos gesehen zu haben, schlafen wir die ganze Busrückfahrt tief und fest. Bis wir wieder in Buenos Aires sind. Ob es hier wohl auch versteckte Gauchos gibt?








Sonntag, 10. November 2013

Unterwegs in Buenos Aires: Recoleta

Fotografie meets Friedhof. Franzosenplatz meets Feria. Wir sind unterwegs in Recoleta und dort fügt sich zusammen, was auf den ersten Blick ohne Verbindung scheint: Jeden Sonntag findet nahe dem hübschen Plaza Francia mit seinen zum Picknick einladenden grünen Wiesen nämlich eine Feria, ein Markt, statt. Ein Stand steht neben dem anderen. Und dicht an dicht flanieren die vielen Besucher an den Freiluftgeschäften vorbei. Unter ihnen bestimmt auch ein paar Franzosen, denn Touristen gibt es einige hier. Da die Feria ein Handwerksmarkt ist wird fast nur Selbstgemachtes verkauft. Becher für Mate-Tee aus Holz geschnitzt, Dekoobjekte aus Steinen, mit Liebe Genähtes. Kurz gesagt: Etwas Kunst und etwas viel Kitsch.



Gut, dass gleich neben der Feria im Kulturzentrum für wenige Tage die Fotoausstellung "Buenos Aires Photo 2013" zu Gast ist. Zwar gibt es hier gefühlt nicht viel weniger Besucher als auf der Feria, aber das Spiel "Kunst gegen Kitsch" gewinnt zum Glück die Kunst!



Und dann gibt es in Recoleta noch den Friedhof. Und zwar einen, den es auch zu Lebzeiten lohnt zu besuchen. Denn prächtige Mausoleen, die wie kleine Paläste aussehen, reihen sich hier aneinander. Eines grösser und reich verzierter als das andere. Wären nicht alle Grabmäler schön im Schachbrettmuster angelegt, könnte man sich glatt verlaufen - denn der Friedhof ist alles andere als klein. Und vielleicht wäre es dann doch etwas unheimlich zwischen all den spinnennetzüberzogenen Engeln und zerzausten Katzen, die hier faul in der Nachmittagssonne liegen.






Dienstag, 5. November 2013

Unterwegs in Buenos Aires: Palermo

In 10 Minuten von Soho nach Hollywood? Und dann noch durch die Altstadt und alles in Palermo? Ja, das geht. Hier in Buenos Aires. Das Viertel "Palermo" wird nämlich grob unterteilt in "Palermo Viejo", "Palermo Hollywood" und "Palermo Soho". Alte Häuser, Filmfirmen und elegante Modeboutiquen, jedem sein Strassenzug. Doch überall gibt es bunte, schöne Häuser. Ziemlich grüne Bäume bilden hübsche Alleen. Tango im Kleinformat und wilde Fliegenpilze, die niemand sieht, gibt es ebenfalls. Es wimmelt von Cafés, Restaurants und Shops. Und von hippen Porteños, die hier am Wochenende brunchen, einkaufen - im typischen alternativ-chic-Look mit weitem Shirt, lässig verstrubbeltem Haar und enger Jeans. Yeah!

Und auch wir striehlen hier gerne umher. Denn es ist schliesslich das Quartier, in dem wir wohnen. In einer kleinen, hellen Wohnung. Abseits des Trubels. Mit der besten Bäckerei um die Ecke - aber das ist eine Liebesgeschichte für sich...














Donnerstag, 31. Oktober 2013

Angry Birds sind überall

Wusstet ihr, dass Wasserkocher in Argentinien eine automatische Stopp-Funktion haben, sobald die perfekte Temperatur für den im Land über alles geliebten Mate-Tee erreicht ist? Oder, dass man aus Bambusstangen ganz hervorragende Baugerüste bauen kann?



Wir haben in den letzten Monaten so einiges Neues gelernt... hier ein kleiner Einblick:

Wenn auf asiatischen Chips "super scharf" drauf steht, dann sind diese wirklich super scharf. Oder noch schärfer.


Es gibt ALLES mit Angry Birds. Und ÜBERALL auf der Welt noch dazu.



In Argentinien gibt es darüber hinaus ALLES mit dem Papst. Auch Thermosflaschen, damit der Mate-Tee mit dem perfekt heissen Wasser auch unterwegs genossen werden kann.



Hunde, die bellen, können doch beissen. Viele Katzen sehen süss aus, können aber unsüssen Hautausschlag verursachen.




In „raw food“-Cafés gibt es keinen heissen Kaffee. Das wäre nicht „raw“, weil die Bohnen dann sozusagen im heissen Wasser „gekocht“ würden.



In Burma gibt es 5-D-Kinos. 


Irgendwo hier
Und Zigaretten aus Zeitungspapier gibt’s da auch.



Wenn man dringend aufs Klo muss hält man es noch 3 Stunden länger aus.


... so passiert auf dieser Bootsfahrt

Sitzt der Hut einer bolivianischen Frau schräg ist diese noch Single.



Tankstellen können anders aussehen als in Europa.



Während der Rush Hour in einer vollgestopften U-Bahn in Tokio ist es ruhiger als auf einem Nationalpark-Campingplatz in Kalifornien. 



Man sieht einem Mensch seine Lebensgeschichte nicht immer an.


Bangkok kann laut und chaotisch ODER ruhig und wohltuend wirken - je nachdem, von welchem Land aus man anreist.



In Indien passiert es, dass am Bahngleis neben dir plötzlich eine Kuh steht.



Bananen kann man auch bequem auf dem Kopf tragen.




Leise Buddhisten machen die lautesten Partys.



Cowboys gibt es wirklich. Nicht nur an Karneval.



Cat cafés, Cafés wo man Katzen streicheln kann, sind big in Japan.



Je mehr „Jesus“, „Maria“, „Buddha“ oder „Shiva“-Aufkleber in einem Bus, desto rasanter die Fahrt.