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Donnerstag, 10. April 2014

Foto-Tipps Vol. 1 - die Drittel, Aufräumen und Polarisation

Herzlichen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen zu unseren Fotos. Einige von Euch haben uns um Reisefotografie-Tipps gefragt und die geben wir natürlich gerne. 

Falls Ihr Fragen habt, z.B. wie wir ein bestimmtes Bild gemacht haben, schreibt uns einfach eine Nachricht. Wir geben gerne Auskunft.

Wir starten mit einem Bild, welches uns gerade sehr gut gefällt, es ist aus einer Afrika-Serie, welche übrigens gerade auch auf dem sehr inspirierenden Foto- und Designblog Der Typ von Nebenan publiziert wurde.  




1. Die Drittel:
An dem Bild gefällt uns die einfache, stimmige und trotzdem nicht langweilige Komposition. Wie haben wir das gemacht? 

Einer der wichtigsten Foto-Tipps ist, das Sujet (z.B. den Fischer hier) aus der Mitte raus zu nehmen. Dadurch werden Fotos meist gleich viel interessanter. Probiert es aus und setzt das Sujet (z.B. Eure Kinder, das Auto oder ein Stück Kuchen) mal auf die linke oder rechte Seite des Bildes. Merkt Ihr auch, wie sich die Aussage des Bildes verändert, je nachdem, ob ihr das Sujet links oder rechts im Bild platziert?

In der Theorie spricht man auch gerne vom "Goldenen Schnitt" oder der "Drittelregel". Das sind mathematische Herangehensweisen um zu berechnen, wo ihr das Sujet am besten platziert, damit das Bild eben interessant und trotzdem noch harmonisch ist. 
In der Praxis ist es einfacher: die meisten Digitalkameras können auf dem Display ein Raster einblenden, welches das Bild von links nach rechts und von oben nach unten in Drittel aufteilt. Setzt das Sujet einfach auf eine dieser Linien oder den Punkt wo sich die Linien schneiden.

Auf diesem Bild wurde der Fischer nicht nur links platziert, sondern auch vorne im Bild um die Weite des Meeres zu betonen. 


2. Aufräumen (Vereinfachen):
Bilder wirken meist stärker, je weniger sie abbilden resp. je einfacher sie sind. Zum Beispiel hier: ein Fischer mit Boot auf dem Meer. 

Überlegt Euch beim Fotografieren, was Ihr abbilden möchtet und versucht möglichst alles, was nicht nötig ist oder stört aus dem Bild raus zu nehmen. Meistens hilft es, ein paar Schritte nach vorne, hinten, links oder rechts zu machen, oder z.B. das rote Fahrrad wegzuschieben, welches hinten im Bild steht.


3. Polarisation:
Das Bild haben wir auf Sansibar gemacht und das Meer war wirklich so grün.
Ist es Euch auch schon mal passiert, dass Ihr einen See oder das Meer fotografieren wolltet und es sah total langweilig und fahl aus? Das liegt daran, dass sich die Sonne darin spiegelte und es gibt einen ganz einfachen Tipp dagegen: setzt einen Polarisations-Filter (kurz Polfilter) ein.

Wer eine Sonnenbrille von Polaroid hat, kennt den Effekt: die Spiegelungen werden "verschluckt". Damit werden beim Fotografieren der Himmel blauer (je nach Lichtsituation), das Wasser erhält seine Farbe zurück und Ihr könnt verhindern, dass Ihr Euch im Bild spiegelt, wenn Ihr z.B. ein Schaufenster oder Auto fotografiert. 

Polfilter gehören zu den wenigen Filtern, die nicht digital (z.B. in Photoshop) angewendet werden können. Daher ist es der einzige Filter, der in die Tasche von jedem Fotografen gehört. 

Ein paar Sachen gibt es zu beachten:
  • kauft einen "Zirkular-Polarisationsfilter". Der ist ganz einfach durch drehen verstellbar von heller bis dunkel
  • Wenn Ihr Himmel fotografiert, stellt den Filter nicht auf die stärkste Stufe, sonst wird es oft zu künstlich
  • Lasst den Filter nicht immer auf dem Objektiv, sondern nur wenn Ihr ihn gerade braucht. Denn a) er nimmt Licht weg (ist wie eine Sonnenbrille) und b) selbst die besten Filter sind nicht perfekt und können das Bild allenfalls etwas unscharf machen
  • Kauft Euch einen guten Filter und testet ihn im Geschäft. Schlechte Filter können das Bild sichtbar unscharf machen
  • Auch wenn Ihr mehrere Objektive habt reicht es, wenn Ihr einen Polfilter kauft. Der muss auf Euer grösstes Objektiv passen (der Filterdurchmesser steht vorne auf dem Objektiv, z.B. Ø77mm). Für die anderen Objektive könnt Ihr einen billigen "Zwischenring" kaufen (z.B. 58mm -> 77mm)


So, wir hoffen, Ihr hattet Spass und die Foto-Tipps helfen Euch weiter. Wie gesagt könnt Ihr uns immer gerne Fragen stellen und wir geben Euch unsere Meinung und Tipps dazu.

Samstag, 1. Februar 2014

Einmal Zoo andersrum, bitte! - Teil 3

Weiter geht es in den Tarangire-Nationalpark, der bekannt ist für seine grosse Elefantenpopulation. Aus dem Jeep heraus sehen wir bald die grauen Dickhäuter.





Doch dann heisst es "Raus aus dem Auto, rein in die Schuhe".



Zusammen mit einem Nationalpark-Guide und einem Massai, der zu unserem Schutz einen Speer dabei hat, begeben wir uns am folgenden Tag auf eine halbtägige Walking-Safari.




Wir sind sprachlos, als wir auf einem Hügel ins Weite blicken. 



Wir flüchten uns unter einen Baum, als es urplötzlich zu regnen beginnt.

Wir sehen Elefantenherden vorbei ziehen.



„Ich schau noch schnell die tote Giraffe an“, ruft Ali uns zu. Er ist mit dem Jeep hergefahren, um uns einige Stunden nach unserem Aufbruch beim Camp bei einem eingetrockneten Fluss abzuholen. Tote Giraffe? Bevor wir uns überlegen, ob wir sie auch sehen wollen oder lieber auf gar keinen Fall sehen wollen, wird uns die Entscheidung abgenommen. Ali ist zu nah an den Kadaver herangefahren. Der Jeep steckt mit den Hinterrädern tief im Sand. Alle Befreiungs-Versuche scheitern. Irgendwann sind alle am Buddeln. Doch nichts geht. Die tote Giraffe stinkt zum Himmel.


Und wir? Wir machen uns nochmals auf den Weg. Nochmals zu Fuss. Bis wir erschöpft beim Camp ankommen. Müde und abenteuergestillt geniessen wir den letzten Abend in der afrikanischen Wildnis. Und finden, dass es definitiv besser ist, einer toten Giraffe zu nah gekommen zu sein, als einem lebendigen Löwen. Am Besten sind natürlich lebende Giraffen.



Noch ein letztes Mal rufen wir die Telefonnummer an. Wieder geht niemand dran. Und so bekommt der Koffer er eben einen anderen afrikanischen Besitzer.


Diese Reise ist schon etwas her. 2011 waren wir 14 Tage in Tansania.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Einmal Zoo andersrum, bitte! - Teil 2

Eine lange Fahrt durch weite Landschaften bringt uns zu unserem Sehnsuchtsort: die Serengeti!




Hier bleiben wir einige Tage und Nächte. Wohnen in einem Zelt. Sitzen abends vorm Feuer.




Und tagsüber im Auto. 

Wir sehen Streifen.



Und Punkte.



Sogar noch mehr Punkte.





Selbst bei der Mittagspause sind die Tiere uns ganz nah.



Und manchmal müssen wir ganz genau hinschauen.




Manchmal aber auch nicht.





Wir rufen nochmals die Telefonnummer an, die mein Bruder uns mitgab. Wieder geht keiner dran.

Wie es weiter geht? Teil 3 folgt bald.


Diese Reise ist schon etwas her. 2011 waren wir 14 Tage in Tansania.

Sonntag, 26. Januar 2014

Einmal Zoo andersrum, bitte! - Teil 1

Da ist er. Fast neben uns. Der berühmteste Berg Afrikas blitzt im Schwarz der Nacht auf und alle anderen Passagiere machen dasselbe wie wir: ihn gebannt anstarren. Denn für einige Sekunden scheint der Gipfel des Kilimandscharo, über den wir gerade fliegen, zum Greifen nah. Bis er wieder verschwindet. Im Dunkel.

Dass wir der Spitze des Kilimandscharo so nahe kommen hätten wir nicht gedacht. Denn wir sind, um ehrlich zu sein, nicht wegen ihr nach Tansania gekommen. Sorry, lieber Kili.  Wir sind hier wegen der Tiere. Wir sind hier, weil das Wort „Serengeti“  genügt, um in uns Sehnsucht nach Weite und Wärme hervorzurufen. Wir sind hier, weil Ingo behauptet, Afrika sei seine innerliche Heimat. Wir sind hier, weil wir einen Koffer für einen Massai dabei haben. Einen schweren Koffer voller Tier-, Englischbücher und Kleider, den wir einem Freund meines Bruders übergeben sollen.

Afrika empfängt uns freundlich.  So auch Ali, unser Guide, mit dem wir die nächsten zehn Tage verbringen. Er wird uns zu den wilden Tieren führen. Schauen, dass wir nicht gefressen werden. Er wird uns mit dem Massai-Koffer helfen. Sobald er davon weiss.

Für uns ist es zunächst etwas ungewohnt, dass wir nicht auf eigene Faust losziehen, wie wir es von anderen Reisen gewohnt sind. Doch da wir nur viel zu kurz Ferien haben, Afrika nicht kennen und ohne eigenes Auto schwer zu den Tieren kommen, haben wir uns für eine organisierte Privat-Reise entschieden. Und Ali. Mit seinem alten, quietschenden Safari-Jeep, in dem wir wenig später sitzen.



Wir fahren vorbei an Dörfern. Menschen. Ständen, an denen Lebensmittel und alles andere verkauft werden. Erspähen eine erste Giraffe.



Wir sehen Massai in ihren roten Gewändern wie aus dem Nichts in der kargen Landschaft auftauchen. Und erzählen Ali von dem Koffer, den wir mit an Bord haben. „Kein Problem“, meint er zu unserer Erleichterung. Wir wählen die Telefonnummer, die mein Bruder uns mitgab. Niemand hebt ab.

Abends, es ist schon dunkel, passieren wir den Eingang zum Ngorongoro Nationalpark. Und freuen uns wie Kinder, als wir am kommenden Tag die ersten Tiere erblicken, die hier im Krater in einer Art natürlichem Zoo wohnen.



Wir haben Glück und sehen bei Tag eine Servalkatze.



Ein Strauss sieht uns.



Wir grüssen zwei alte Löwenmännchen.



Good bye, schöne Vögel!



Hello, Mr. Hippo!



Und jetzt? Wie es weiter geht, erfahrt ihr bald!


Diese Reise ist übrigens schon etwas her. 2011 waren wir 14 Tage in Tansania.