Sonntag, 23. März 2014

Himmel oder Hölle auf der Kurischen Nehrung

Es gibt Leute, die lieben Vögel. Es gibt Leute, denen sind sie egal. Und es gibt Leute, die alles in der Welt tun würden, nur um den fliegenden Federtieren aus dem Weg zu gehen. 

Was nun, wenn man Gruppe 3 angehört und plötzlich dieser Szene ausgesetzt ist? Abgestorbene Bäume. Kreischende Geräusche. Und Vögel, Vögel, Vögel.



Die Antwort: Man flieht. Schnell. Und so holen wir nicht die Ferngläser hervor und beobachten nicht still das Wunder des Vogelparadieses der Kurischen Nehrung, Litauen, dem wir gerade gegenüberstehen. Nein. Nina zumindest hält es nicht lange aus hier bei der Brutstätte der Kormorane und Graureiher. Denn sie hat Angst. Grosse Angst.

Im Hauptort der Kurischen Nehrung, im Dörfchen Nida, sind zum Glück keine Vögel unterwegs. Dafür gibt es hier wunderschöne rot-blaue Holzhäuser. Besser, findet Nina.


Dumm nur, dass wir keine Unterkunft vorgebucht haben, Hochsaison ist und alles ausgebucht zu sein scheint.

Müssen wir doch bei den Vögeln schlafen? 

Wir schauen  Campingplätze an. Alle voll. Wir schauen Hotels an. Alle voll. Wir fragen uns durch die Nachbarschaft, ob jemand ein Zimmer zu vermieten hat. Und ja, ta-da, wir werden fündig. Eine Litauerin erkennt unsere Not (und ihr Glück) und vermietet uns kurzerhand ihre Privatwohnung. Sie putzt noch alles blitze-blank und am Nachmittag sitzen wir auf ihrer Küchenbank, die sich fast schon wie unsere anfühlt.

Wir kaufen Blaubeeren und stellen fest, dass dieses ganz schön blaue Zungen geben.


Vier Tage verbringen wir auf der Naturhalbinsel, die fast gänzlich aus Sand besteht. Einige der höchsten Dünen gibt es hier. Und wir lernen, dass Wanderdünen hier vor einiger Zeit ganze Dörfer verschluckt haben - auch das Dorf Nida musste schon so einige Male umziehen. Damit sollte nun aber Schluss sein, denn die Dünen konnten dank Bepflanzung von Bäumen gestoppt werden.


Das Wetter ist leider nicht so der Hit. Aber das macht nichts. Wir unternehmen trotzdem die eine und andere Wanderung durch die Dünen.



Und lernen nebenbei noch viel Spannendes: zum Beispiel, dass Fischchips nicht das Gleiche sind wie Fish and Chips - Fischchips sind herausgebackene Fische mit Kopf und Flossen. Dass Litauer zum Frühstück lieber Techno als Klassik hören. Und dass es Himbeeren gibt, die doppelt so gross sind, wie die bei uns und doppelt so und lecker. 

Und dass sich alleine diese Himbeeren und die süssen Häuser lohnen, einen Ausflug auf die Nehrung zu machen. Für Vogelfans gäbe es natürlich noch ganz andere Argumente.

Kommentare:

  1. Ein wunderschöner Bericht und genau der Eindruck, den ich auch von der Kurischen Nehrung hatte. Danke schön für diese Impressionen! Das mit den Vögeln fand ich auch beängstigend...

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    1. Vielen Dank, Janett! Ja, die vielen Vögel auf den kahlen Ästen... da schaudert es mich jetzt noch ;-). Lieber Gruss, Nina

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